TAG UM TAG IST GUTER TAG (YUMEN 864-949)
TAG UM TAG IST GUTER TAG (YUMEN 864-949)

"Das Leben an sich ist vollkommen, deshalb müssen wir mit dieser Grundwirklichkeit eins sein und Dienst leisten für diese letzte Wirklichkeit, so dass alle durch uns in Harmonie kommen.
Deshalb sollen wir klar sehen, wo es mangelt, wo es Leid gibt: in mir selber, in Dir selbst, in unserer Welt. Dann zu der letzten Wirklichkeit als Vollkommenheit wach werden, das heißt nichts anderes als die Praxis des Weges. Etwas Vollkommenes gibt es nicht, etwas Perfektes gibt es nicht, Vollkommenheit ohne Leid gibt es nicht.
Praxis ist nichts anderes als dazu wach zu werden, damit eins sein. Diese Praxis ist gerade Verwirklichung der letzten Wirklichkeit in uns selbst."
(Fumon Nakagawa Roshi 1997 München.)

Zen-Meditation kann in dieser Situation das Bedürfnis nach Spiritualität und existentieller Verwurzelung erfüllen und den Weg zu sich selbst öffnen. Ziel ist das Erwachen zur wahren Natur in sich.

Über Zazen


Was bringt uns Zazen?

Die Antwort ist einfach:
Zazen bringt uns überhaupt nichts!

Wir sind ständig auf der Suche nach irgendetwas. Manche wollen Geld verdienen, andere sehnen sich nach Liebe oder Sex. Wir lernen und studieren um einen guten Beruf zu finden, Karriere zu machen und Erfolg zu haben. Doch wonach suchen wir schlußendlich?

Ich glaube, was uns letztlich fehlt, ist "Glück". Das Verrückte ist nur, dass wir, je mehr wir diesem "Glück" hinterher laufen, uns selbst - so wie wir hier und jetzt leben - vollkommen aus den Augen verlieren.

Je mehr wir uns anstrengen, "glücklich" zu sein, desto weniger verstehen wir, was Glück eigentlich ist. Haben wir nicht überhaupt vergessen, dass wir das größte Glück dieser Erde längst in uns tragen?

Wir müssen für einen Augenblick innehalten. Hör auf, dir selbst davonzulaufen. Wenn du Zazen übst, tue es nicht in der Hoffnung, dass es dir "etwas bringt". Komm zu dir selbst zurück und sitz. Lass alles los und lass Zazen einfach Zazen sein. Dann wirst auch du einfach du sein, endlich eins.

 

Ein altes Zenwort:

Zazen ist der Dieb, der in ein leeres Haus bricht - nichts zu stehlen, kein Ort um sich zu verstecken, und niemand, vor dem man davon laufen müsste.

Dogen Zenji schreibt im Zazengi:

"Sitz stabil und konzentriert, denke Nicht-Denken. Wie machst du das? Lass die Gedanken los! Dies ist die Kunst des Zazen. Übe dich nicht in Meditation. Zazen ist das Dharmator grosser Gelassen- und Zufriedenheit Es ist unverfälschtes übendes Erweisen."

Obwohl Zazen hier als das Tor großer Gelassen- und Zufriedenheit beschrieben wird, wirst du eher Schmerzen, Müdigkeit, Wut, Gier, Anhaften, Schwindel, Langweile, Frustration, Hoffnungslosigkeit und alle möglichen anderen Gefühle und Gedanken in dir spüren. Lass sie alle vorbei ziehen.

Wenn du nicht mit der Bereitschaft zu Sterben sitzt, wirst du nicht in der Lage sein, den Weg des Zazen zu finden. Wenn du an etwas festhälst - und sei es das Leben - verschwendest du nur deine Zeit.
Kämpfe nicht, gib dich einfach der Haltung hin. Wenn du versuchst Zazen zu machen, wird Zazen weit weg von dir sein. Wenn du alles der Haltung überlässt, wird sich Zazen von selbst in dir manifestieren, ganz von allein. Zazen darf kein Mittel zum Zweck sein, du musst dich ganz aufgeben, damit sich Zazen von selbst verwirklichen kann.


Switch to Japanese Switch to Spanish Switch to French Switch to English Switch to Czech
Switch to Chinese Switch to Italian Switch to Polish Switch to Dutch Switch to Russian